Entstehung und Konzept Belev

Entstehung von Belev

Im Rahmen des Demografieprojekts Chronos den demografischen Wandel gestalten entstand 2009-2012 im Diakonischen Werk Württemberg das Konzept zur betrieblichen Gesundheitsförderung Belev.

Das Konzept Belev

Das BELEV-Konzept hilft, gesunde Arbeitsgestaltung in einen umfassenden Kontext zu stellen und die Verantwortung aller Beteiligten sowohl auf der individuellen wie auch auf der organisationalen Ebene in den Blick zu nehmen: Mitarbeitende, Team und Organisation. Dadurch wird verhindert, dass die Verantwortung für Gesundheit allein in einem Handlungsfeld gesehen wird.

Gegenstand und Ziel des Projekts ist die Gestaltung des gesunden Arbeitens. Dies bedeutet: Im Interesse der Arbeitsfähigkeit und damit der Lebensqualität der Mitarbeitenden ihr körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden zu unterstützen und langfristig zu fördern. Die Gesundheit der Beschäftigten wird durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst.

Für die Gestaltung des gesunden Arbeitens sind nach dem BELEV-Konzept fünf unterschiedliche Bereiche in den Blick zu nehmen.

Die 5 Handlungsfelder:

Zugleich ist BELEV ein Konzept für organisationales Lernen, in dem Strukturen und Rahmenbedingungen der Arbeit, die Unternehmenskultur, aber auch das eigene (Gesundheits-) Verhalten überdacht werden. Systematisch kann geklärt werden, in welchen der fünf Bereiche welche Unterstützungsbedarfe und Potentiale vorhanden sind. Auf diese Weise können für die jeweilige Einrichtung die spezifischen Maßnahmen in den Blick kommen, die mit geringem Aufwand große Veränderungen bewirken können.

Salutogenese

Im Fluss des Lebens schwimmen können – eine Metapher der Salutogenese von Aaron Antonovsky

Als leitendes Konzept dient die Salutogenese (= Entstehung von Gesundheit). Sie beantwortet die Kernfrage, wie es Menschen gelingt, trotz großer Belastungen gesund zu bleiben. Menschen, die den Widrigkeiten des Lebens mehr entgegen setzen können.

Auf der anderen Seite muss die Arbeit so gestaltet sein, dass

  • möglichst viel verstanden werden kann (Verstehbarkeit),
  • möglichst viel gut bewältigt werden kann und (Handhabbarkeit)
  • möglichst viel als bedeutsam und sinnvoll erlebt wird (Sinnhaftigkeit).

Die Anwendung dieser drei salutogenetischen Prinzipien geschieht nun in den fünf Bereichen, die zuvor für das gesunde Arbeiten als relevant ausgewiesen wurden (s.o.). In den fünf Bereichen ist zu entwickeln, wie die Arbeit leichter verstehbar, besser handhabbar und sinnhafter gestaltet werden kann. Ganz konkret werden diese Prinzipien auf den Arbeitsalltag angewandt.
Das Konzept der Salutogenese wird in einer Matrix umgesetzt. Dort ist übersichtlich beschrieben, wie beispielsweise die Führungskräfte zu einer besseren Verstehbarkeit der Arbeit beitragen, wie über die Arbeitsorganisation die Handhabbarkeit der täglichen Arbeit unterstützt werden oder wie das Management an der Sinnhaftigkeit der Arbeit mitwirken kann. Die Matrix soll helfen, systematisch das gesunde Arbeiten weiterzuentwickeln.

Die Matrix weist folgende Struktur auf:

Wie kann gesundes Arbeiten in einer gesunden Organisation ermöglicht werden?

Auf der Grundlage der Salutogenese und unter Berücksichtigung der 5 Dimensionen, werden im Rahmen des Projekts vorhandene Konzepte umgesetzt und neue Konzepte erarbeitet, um ein gesundes Arbeiten in einer gesunden Organisation zu ermöglichen.

Weiterführende Literatur zu Artikel zum Konzept und der Umsetzung finden Sie hier: