8. Türchen

2. Adventsonntag

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2. Advent – Ein Weihnachtsgedicht von Angelika Adams

Der zweite Sonntag im Advent
Die zweite Kerze heute brennt.
Mit der ersten Kerze Schein,
möchte sie vereinigt sein.

Zwei Kerzen leuchten still und hell.
Die Zeit der Weihnacht geht so schnell.
Die Kinder steh´n vor den Schaufenstern still.
Weil jedes doch was haben will.

Zwei Kerzen leuchten uns nun zu.
Sie verstrahlen eine Ruh´.
In weißen oder bunten Farben.
Geben alles was sie haben.

Autor: Angelika Adams

Möge die Liebe Gottes wie eine Kerze
in deinem Herzen brennen –
leuchtend und wärmend!
Irischer Segenswunsch

7. Türchen

Was meint das Gefühl der Stimmigkeit (sense of coherence)?

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Für Antonovsky ist das Gefühl der Kohärenz eine Art inneres Erleben von Stimmigkeit, die durch drei Komponenten bestimmt ist: die Verstehbarkeit, die Handhabbarkeit und die Sinnhaftigkeit im Sinne von Bedeutsamkeit. Verstehbarkeit beschreibt das Ausmaß, in welchem man Dinge, mit denen man zu tun hat, kognitiv als geordnete und klare Informationen aufnehmen kann.  Also das Menschen das, was ihnen begegnet, einordnen und für sich erklären können. Die zweite Komponente des Stimmigkeitsgefühls ist die Handhabbarkeit. Sie beschreibt das Ausmaß, in dem man wahrnimmt geeignete Ressourcen zur Verfügung zu haben, um den Anforderungen zu begegnen zu können. Handhabbarkeit bedeutet also Handlungsfähigkeit, für die die emotionale Gewissheit, „ich kann eine Situation bewältigen“. Man erlebt sich nicht als Opfer von Situationen, sondern kann mit den Gegebenheiten umgehen. Die dritte Komponente, die Bedeutsamkeit, repräsentiert für Antonovsky das „motivationale Element“. Für das, was einer Person am Herzen liegt, was für sie Sinn ergibt, engagiert sie sich. Die Bedeutsamkeit beschreibt in welchem Ausmaß, in dem man es für wert hält, dass man Energie in sie investiert und sich für sie einsetzt. Die motivationale Komponente, also ob etwas sinnvoll erscheint, ist die wichtigste für das Gefühl der Stimmigkeit. Es gibt eine Korrelation zwischen der Stärke des Stimmigkeitsgefühls und der Auflösung von bedrängenden Spannungen beziehungsweise Anforderungen.

Je höher das Stimmigkeitsgefühl, desto besser kann jemand eine Situation bewältigen. Das Kohärenzgefühl bestimmt also wesentlich die Art, wie gut ein Mensch „im Fluss des Lebens schwimmen“ kann. Je höher das Kohärenzgefühl desto besser besteht eine Person Herausforderungen. Je  weniger ausgeprägt diese Gefühl ist, desto hoffnungsloser sieht sich eine Person Belastungen ausgeliefert.

Antonovsky spricht aber nicht nur von individuellen Ressourcen. In der Metapher des Flusses gesprochen geht es nicht nur darum darum, die individuellen Fähigkeiten zum Schwimmen zu optimieren, sondern auch Flussläufe so zu gestalten, dass schlechte Schwimmern nicht untergehen sondern vorankommen können. Anders ausgedrückt, es geht nicht nur um die individuelle Stärkung des Kohärenzgefühls sondern auch um eine gute Gestaltung der Umwelt, im Fall von Belev um die Gestaltung der Rahmenbedingungen der Arbeit. „

von Dorothee Schad

6. Türchen

Nikolaus – Wussten Sie schon?

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Heute ist Nikolaustag, für die meisten Erwachsene wahrscheinlich nicht mehr ganz so wichtig, für Kinder aber natürlich ein ganz besonderer Tag.

Wussten Sie schon, dass ursprünglich die Weihnachtsbescherung am Nikolaustag stattfand? Erst nach der Reformation wurde die Bescherung auf den Heiligabend verschoben.

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Wussten Sie schon, dass der Brauch des nächtlichen Befüllens von Schuhen auf eine Legende um drei Töchter eines armen Mannes zurückgeht?

Wussten Sie schon, dass die Bauernregel für den 6.12. besagt, wenn es an Nikolaus regnet, wird der Winter streng?

Und wussten Sie schon, dass in Spanien und Finnland der Nikolaustag ein Feiertag ist?

Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.
Psalm 68,20

5. Türchen

Worum geht es bei der Salutogenese?

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Man stelle sich vor, Menschen leben (und arbeiten) in einem mehr oder weniger wilden und gefährlichen Fluss, in dem viele unterzugehen drohen. Dann stellt sich die Frage, was auf Dauer wirkungsvoller wäre: die Einzelnen mit aufwendigen Rettungsmaßnahmen am Leben zu erhalten oder ihnen Schwimmen beizubringen? Ersteres, nämlich Ertrinkende mit aufwendig organisierten Rettungsbemühungen aus dem Fluss zu holen, ist das Feld der herkömmlichen Medizin. Demgegenüber wollte der Sozialmediziner Aaron Antonovsky mit seinem Konzept der Salutogenese – im Bild bleibend – auf die Frage Antwort geben, wie Menschen gute Schwimmer werden. Er beschäftigte sich mit der Frage, wie und unter welchen Bedingungen Gesundheit entsteht und was Menschen gesund erhält angesichts dessen, dass Leben immer auch mit Belastungen und Widrigkeiten einhergeht, dass Leid und Tod unvermeidbar sind. Zentrale Erkenntnisse von ihm sind folgende:

  • Belastungen, Stress, Widrigkeiten und auch Lebenskrisen gehören zum Leben.
  • Zwischen Gesundheit und Krankheit gibt es keine scharfen Grenzen, sondern ein Kontinuum.
  • Menschen über allgemeine Widerstandsressourcen verfügen, weshalb Spannungen grundsätzlich auflösbar sind und Stress bewältigbar.
  • Angesichts von Stress und Belastungen liegt eine spezielle Ressource in dem individuelle Gefühl von Stimmigkeit (sense of coherence).

von Dorothee Schad

4. Türchen

BELEV 2.0 – Was hat man erreicht und was gelernt?

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Etwa 50 Einrichtungen haben sich auf den Weg gemacht. Viele Mitarbeitende und Führungskräfte wurden qualifiziert, Organisationsentwicklungsprojekte durchgeführt, Inhouse-Seminare, Trainings und offene Veranstaltungen. Gelernt haben wir, dass die Rahmenbedingungen in Organisationen sehr unterschiedlich sind.

Trotz der Unterschiedlichkeit war für viele das Thema Haltung ein sehr zentrales. In sozialen Berufen steht der Dienst am Nächsten im Vordergrund. Dies führt oft dazu, dass die Selbstsorge vernachlässigt wird und Ausbrennen die Folge ist. An vielen kleinen Themen, wie das Arbeiten trotz Krankheit oder die Einhaltung von Pausen, konnte verdeutlicht werden, dass, wenn Mitarbeiter gut für sich selbst sorgen können, sie auch langfristig gut für ihre Klienten da sind.

Neben den persönlichen Haltungsfragen gibt es viele spiegelbildliche Kulturen in der Organisation. So gilt es zu vermeiden, dass das Einspringen zur Regel wird, weil der Dienstplan Lücken aufweist oder die Pause auch wirklich genommen werden kann und die Betreuung in der Gruppe von anderen Mitarbeitenden übernommen wird.
von André Peters, Diakonie Baden e.V.

3. Türchen

Belev – ein Schlüssel zum gesunden Arbeiten

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Ein zentraler Bestandteil von BELEV ist die Implementierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses im Hinblick auf alle betrieblichen Handlungsfelder, die die Gesundheit von Mitarbeitenden beeinflussen. Zusätzlich zu diesem Verbesserungsprozess, dessen langfristige Durchführung durch entsprechende Beauftragungen zu sichern ist, gehören zum BELEV-Kreislauf unternehmensweite Lernprozesse, die initiiert und ermöglicht werden müssen. Alle betrieblichen Akteure lernen, wie die Erkenntnisse der Salutogenese in Bezug auf das eigene Handeln beachtet und zur Geltung gebracht werden können. Auf diese Weise ist es möglich, auf allen Ebenen gesundes Arbeiten zu lernen und neue Ressourcen für die soziale Arbeit zu erschließen. Das In-Gang-Setzen dieses Lernprozesses bestimmt nachhaltig die Haltung und das Verhalten der Akteure und ist wesentlich für den Erfolg der Konzeptumsetzung.

2. Türchen

Mitarbeitergesundheit gegen Personalmangel

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In unserem diesjährigen Adventskalender möchten wir uns dem Thema gesundes Arbeiten gestalten widmen.

Seit nunmehr vier Jahren steht das Thema Mitarbeitergesundheit ganz oben auf der Agenda der Diakonie in Baden-Württemberg. Partner wurden gesucht, Projekte ins Leben gerufen mit dem Ziel, ein professionelles Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) aufzubauen. Dabei wurden Methoden entwickelt, von denen Einrichtungen und Dienste in der Diakonie lernen und eigene BGM-Modelle entwickeln können. Kernstück ist das Kompetenznetzwerk Gesundheit beim Diakonischen Werk Baden. Für seine erfolgreiche Arbeit wurde es 2018 mit dem Demografie Exzellenz Award ausgezeichnet. Das erste mehrjährige Projekt geht nun seinem Ende entgegen und ein neues steht in den Startlöchern.

Mögen Zeichen an der Straße
Deines Lebens sein,
die Dir sagen, wohin Du
auf dem Wege bist.
Mögest Du die Kraft haben,
die Richtung zu ändern,
wenn Du die alte Straße
nicht mehr gehen kannst.
Irischer Segenswunsch

1. Türchen

Erster Advent – ein Weihnachtsmärchen

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Heute haben wir für Sie zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit und unseren diesjährigen Adventskalender eine Märchen für Sie. Es handelt sich nicht direkt um eine Weihnachtsgeschichte, allerdings ist der Geist der Weihnacht definitiv in dem Märchen enthalten. Das Märchen „Die Sterntaler“ ist von den Gebrüdern Grimm.

Es war einmal ein kleines Mädchen, dem waren Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, dass es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr hatte, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte. Es war aber gut und fromm.
Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld. Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach: „Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungrig.“
Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte: „Gott segne es dir“ und ging weiter.
Da kam ein Kind, das jammerte und sprach: „Es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.“ Da nahm es seine Mütze ab und gab sie ihm.
Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen an und fror, da gab es ihm seins; und noch weiter, da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin.
Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdlein, und das fromme Mädchen dachte: „Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben“ und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin.
Und als es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und es waren lauter blanke Taler. Und obwohl es doch sein Hemdlein weggegeben hatte, so hatte es nun ein neues an, und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag.

Gebrüder Grimm

Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern.
Epheser 5,19

Achtsame Kommunikation

Gastbeitrag von Martina Künstner

Achtsame Kommunikation ist ein hilfreiches Mittel für eine gute Zusammenarbeit im Team und zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden. Sie hilft dabei einander zuzuhören, aussprechen zu lassen, wertschätzend miteinander umzugehen und somit auch Missverständnisse zu vermeiden. 

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Die achtsame Kommunikation wird unterteilt in achtsames Sprechen und achtsames Zuhören. Dabei ist jeweils ein Anteil der Aufmerksamkeit bei sich selbst und ein weiterer Anteil beim Anderen.

Übungsvorschlag

Achtsames Zuhören und achtsames Sprechen im Rahmen einer kollegialen Beratung: Ein Team trifft sich zu einer kollegialen Beratung. Eine Person bringt ihren Fall vor, ohne unterbrochen zu werden. Alle versuchen achtsam zuzuhören.  Fragen werden anschließend geklärt. Im nächsten Schritt diskutieren die KollegInnen den Fall, der Fallbringer hört nun achtsam zu. Nach einer Runde der Abklärung werden von den KollegInnen Lösungen erarbeitet; der Fallbringer hört wieder achtsam zu ohne zu unterbrechen. Anschließend gibt der Fallbringer Feedback zu den Lösungsideen. Die Zeiten – 5-10 Minuten für jeden Punkt – werden vorher vereinbart. Es findet jeweils ein Wechsel im achtsamen Reden und achtsamen Zuhören statt. Dem Impuls spontan etwas dazu zu sagen wird nicht nachgegeben.

Übung aus „Demografischer Wandel in der Sozialwirtschaft“ Dieter Kaufmann, Kornelius Knapp (Hrsg.), Seite 215, „Gesunde und zufriedene Mitarbeitende“ Thomas Nehr, Martina Künstner

Das Reich Gottes steht nicht in Worten, sondern in Kraft.
1.Korinther 4,20

Achtsames Gehen

Gastbeitrag von Martina Künstner , Diakonie Württemberg e.V.

Neben der Atemachtsamkeit gibt es viele weitere Möglichkeiten, Achtsamkeit zu üben und in den Alltag zu integrieren. Eine für den Arbeitsalltag sehr nützliche Form  ist das achtsame Gehen.

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Beim achtsamen Gehen ist die Aufmerksamkeit bei der Bewegung des Körpers und der daraus resultierenden Körperempfindungen. Die Aufmerksamkeit kann zum Beispiel in die Fußsohlen gelenkt werden, so dass bei jedem Schritt bewusst erspürt wird, wie die Fußsohle sich abrollt, der Fuß angehoben wird, dabei der Druck auf den Boden nachläßt, wie der Fuß nach vorne bewegt wird, sich wieder senkt und auf dem Boden aufsetzt.

Übungsvorschlag

Wenn Sie morgens zur Arbeit gehen, entscheiden Sie sich bewusst für ein paar Minuten achtsames Gehen. Hierfür eignen sich Strecken, die Sie sowieso gehen – also zum Beispiel der Weg von der Bushaltestelle oder dem Parkplatz zu Ihrem Arbeitsplatz. Achten Sie darauf, dass Sie ganz bewusst im gegenwärtigen Augenblick und beim Erspüren der Gehbewegungen sind und nicht in Gedanken schon die Arbeitsaufträge des Tages durchgehen.

Auch im Laufe des Tages können Sie immer wieder kleine Einheiten mit achtsamem Gehen durchführen – beim Gang zum Kopierer, zu einem Patienten oder Klienten, zur Teeküche…

Auf diese Weise verschaffen Sie ihrem Geist kleine Erholpausen im Alltag.

Martina Künstner