11. Türchen

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Impuls für den Tag

 

Das perfekte Haus

„Ein Einsiedlerkrebs lebte auf dem Meeresboden ganz in der Nähe einer schönen Koralle. Er besaß ein feines Schneckenhaus, in das er sich jederzeit zurückziehen konnte.
Doch eines Tages schien ihm sein Schneckenhaus nicht mehr gut genug zu sein: „Ich bin ein angesehener Einsiedlerkrebs und sollte mir ein neues Haus suchen“, sagte er zu sich. „Ich habe einfach etwas Besseres verdient.“

Und so verließ er sein Schneckenhaus und machte sich auf die Suche. Dutzende, ja, sogar hunderte von Schneckenhäusern probierte der Krebs aus, aber keines erfüllte seine Erwartungen. Das eine war zu groß, das andere zu klein, wieder ein anderes hatte einen Riss und das nächste nicht die richtigen Farben.

Entmutigt setzte er sich in den Sand. Da fiel sein Blick auf ein weiteres Schneckenhaus. Er mobilisierte noch einmal alle Kräfte, kroch zu diesem Schneckenhaus und schlüpfte hinein.
Und ja, das war das perfekte Schneckenhaus! Es passte genau, es sah wunderschön aus und er fühlte sich auf Anhieb ganz zu Hause. Selig schlief er ein.
Als er am nächsten Morgen aufwachte, fiel sein Blick auf die schöne Koralle ganz in seiner Nähe. Darauf besah er sich das Schneckenhaus genauer … und es war exakt das Haus, das er verlassen hatte, um sich ein besseres zu suchen.“ von Tania Konnerth

Was hat diese Geschichte mit mir zu tun?

Tania Konnerth nimmt in ihrem BuchAus der Schatzkiste des Lebens“ ungewohnte Perspektiven in den Blick und betrachtet hierdurch Momente aus dem Leben neu. Durch kleine Geschichten lädt Frau Konnerth den Leser ein, sein Leben und Ansichten zu überdenken. Es sind Texte, die zum Weiterdenken einladen, kleine Überraschungen offenbaren oder ein Schmunzeln schenken.

Mögest Du immer einen Blick
haben für die Sonne,
die durch Dein Fenster fällt;
und nicht für den Staub,
der auf ihnen liegt.
Irischer Segenswunsch